Suche

Terminhinweis

16.08.2017 - 17:00 Uhr
Mitgliederversammlung
Ort: Ernst Reuter-Haus,
Bürgelstraße 1
39104 Magdeburg

selbstaktiv.de

Veröffentlicht: 19.07.2017 unter AG Selbst Aktiv Sachsen-Anhalt, selbstaktiv.de, SPD Sachsen-Anhalt

Europäischer Rat beschließt Regelungen für besseren Zugang blinder und sehbehinderter Menschen zu Büchern und Zeitschriften

Pressemitteilung Nr. 15/2017
Berlin, 17. Juli 2017
Verena Bentele fordert Wegfall urheberrechtlicher Vergütungen im Rahmen der Umsetzung des Vertrages von Marrakesch

Der Rat der Europäischen Union hat heute urheberrechtliche Regelungen zu Gunsten blinder, seh- und anderweitig lesebehinderter Menschen verabschiedet. Dadurch soll diesen Menschen ein besserer Zugang zu Literatur ermöglicht werden.

Dazu sagte Verena Bentele, Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen: „Ich begrüße diesen Schritt auf dem Weg zur Umsetzung des Vertrages von Marrakesch. Jetzt kommt es darauf an, dass das Urheberrecht in Deutschland zügig geändert wird und blinde, seh- sowie anderweitig lesebehinderte Menschen deutliche Verbesserungen beim Zugang zu Literatur erfahren.“

Bisher sind in Deutschland nur etwa 5 % der veröffentlichten Werke in barrierefreien Fassungen erhältlich. Das ist nach Einschätzung der Beauftragten deutlich zu wenig, um einen gleichberechtigten Zugang von Menschen mit Behinderungen zu kulturellem Material sicherzustellen, wie dies in Art. 30 Abs. 3 der UN-Behindertenrechtskonvention festgelegt ist.
„Derzeit stellen die Blindenbibliotheken für blinde, seh- und anderweitig lesebehinderte Menschen die erforderlichen barrierefreien Fassungen von Büchern, Zeitschriften und Hörbüchern her. Es ist wichtig, dass die dafür im Urheberrecht bisher vorgesehenen Vergütungen entfallen. Denn es kann nicht sein, dass diese Bibliotheken für die Herstellung der vom Buchmarkt nicht geleisteten Barrierefreiheit auch noch Gebühren an Urheber abführen müssen – zumal sich die Blindenbibliotheken überwiegend aus Spenden finanzieren“, sagte Bentele weiter.

Der Vertrag von Marrakesch ist ein internationaler Vertrag der Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO), der weltweit eine bessere Versorgung mit barrierefreier Literatur sicherstellen soll. Die heute beschlossenen EU-Vorgaben betreffen u. a. die Erlaubnis für Blindenbibliotheken, Texte in ein barrierefreies Format zu übertragen, ohne zuvor die Zustimmung des Autors oder Verlegers einzuholen. EU-weit ist jetzt festgelegt, dass zum Beispiel Sachbücher, Romane oder Zeitschriften in Braille-Schrift, Großdruck oder Hörbuchfassungen übertragen werden dürfen. Außerdem dürfen diese barrierefreien Fassungen an blinde, seh- und lesebehinderte Menschen verbreitet werden – in analoger Form oder elektronisch, innerhalb eines Mitgliedsstaats oder auch über nationale Grenzen hinweg.

Die im deutschen Urheberrechtsgesetz bereits heute existierende Regelung zu Gunsten von Menschen mit Behinderungen (§ 45a des Urheberrechtsgesetzes) muss jetzt innerhalb eines Jahres an die europäischen Vorgaben angepasst werden. „Dabei werde ich mich weiter dafür einsetzten, dass die in § 45a Abs. 2 UrhG vorgesehene Vergütung entfällt und Menschen mit Behinderungen einen besseren Zugang zu Literatur erhalten“, so die Beauftragte.

Kontakt:
Christina Jäger, Pressesprecherin
+49 30 18 527-1797
presse@behindertenbeauftragte.de

Veröffentlicht: 14.07.2017 unter AG Selbst Aktiv Sachsen-Anhalt, selbstaktiv.de

Blinden- und Sehbehinderten-Verband Sachsen-Anhalt schaltet neue Website frei

Barrierefreier Informationszugang für Blinde und Sehbehinderte

Seit dem 12. Juli 2017 ist der neue Internetauftritt des Blinden- und Sehbehinderten-Verbandes Sachsen-Anhalt (BSVSA) online.

Unter www.bsvsa.org finden Betroffene und ihre Angehörigen eine Vielzahl von Informationen und Angeboten rund um das Thema “Blindheit – Sehbehinderung – Augenerkrankungen”.

Christel Pildner, die Vorsitzende des Verbandes, erklärt dazu:

“Damit blinde und sehbehinderte Menschen mit entsprechender Hilfstechnologie Internetseiten barrierefrei nutzen können, müssen bestimmte Anforderungen an die Gestaltung und Formatierung der Seiten beachtet werden, wie Kontrast, Vergrößerungsmöglichkeit, korrekte Beschriftung von Grafiken, Gestaltung von Links, Überschriften und vieles mehr.”

“Mit der Agentur feld.wald.wiese haben wir einen guten Partner dafür gefunden”, so Pildner.

“Der bisherige Internetauftritt des Verbandes hat nun ausgedient. Nach mehr als 15 Jahren wurde es Zeit für etwas Neues, das der technischen Entwicklung gerecht wird, etwa der Internetnutzung mit dem Smartphone”, meint Bernd Peters, Leiter der Geschäftsstelle des BSVSA.

Er unterstreicht die Unterstützung der Techniker Krankenkasse (TK), die das Projekt der Neuerstellung des Internetauftritts gefördert hat.
“Ohne diese Unterstützung hätten wir das Projekt nicht stemmen können”, bedankt sich Peters.

Wesentliche Neuerungen auf der Website sind die Veränderbarkeit der Schriftgröße, die Umstellung der Seitenfarben und nicht zuletzt die Vorlesefunktion der Seiteninhalte mit einer natürlich klingenden Stimme.

Eine kleine Einschränkung gibt es noch, da noch nicht alle Seiten umgestellt sind. Das soll aber zügig erfolgen.

Der Blinden- und Sehbehinderten-Verband setzt sich dafür ein, dass nicht nur öffentliche Anbieter wie Behörden und Sozialleistungsträger, sondern auch private Anbieter die Anforderungen an die Gestaltung von Internetangeboten für Blinde und Sehbehinderte besser beachten.

Auch der öffentliche und private Rundfunk müssen ihr Programm stärker an Bedürfnissen von behinderten Menschen orientieren. Für Blinde und Sehbehinderte bedeutet das, dass mehr Sendungen mit zusätzlichen sprachlichen Erläuterungen gesendet werden, die Betroffene auf einem speziellen Tonkanal empfangen können.

Derzeit strahlen ARD und ZDF weniger als 10 % ihres Programms mit dieser “Audiodeskription” aus.

Hintergrund:

In Sachsen-Anhalt leben mehr als 3.000 blinde Menschen, rund 2.000 sind hochgradig sehbehindert mit einem Sehvermögen von weniger als 5 %, weitere rund 15.000 gelten als sehbehindert. Dazu kommen zahlreiche Betroffene mit altersbedingten Seheinschränkungen.

Der Blinden- und Sehbehinderten-Verband Sachsen-Anhalt vertritt deren Interessen gegenüber Politik und Öffentlichkeit. Er setzt sich für Barrierefreiheit und soziale Anliegen dieses Personenkreises ein.

Mehr als 1.000 Mitglieder treffen sich regelmäßig in vier regionalen Bezirks- und rund 50 Selbsthilfe- und Interessengruppen.

Der Verband verfügt über vier Beratungsstellen, die unter der Marke “Blickpunkt Auge” Menschen mit Seheinschränkungen und Augenpatienten beraten.

Eine mobile Beratungsstelle trägt dieses Angebot auch in kleinere Städte und Gemeinden in Sachsen-Anhalt.

Hier können Sie hören, wie die Vorlesefunktion der Seite klingt:

 

Sie sehen einen Ausschnitt dieser neuen Seite:
Ein Ausschnitt der neuen Internetseite des BSVSA

 

Pressekontakt

Bernd Peters
Leiter der Geschäftsstelle
Hanns-Eisler-Platz 5
39128 Magdeburg

Telefon: 03 91 – 2 89 62 39
Fax: 03 91 – 2 89 62 34
E-Mail: info@bsvsa.org

Quelle:
http://www.bsvsa.org/aktuell/bsvsa-schaltet-neue-website-frei.html

Veröffentlicht: 03.07.2017 unter AG Selbst Aktiv Sachsen-Anhalt, selbstaktiv.de

Regenbogenflagge weht – „Die Ehe für alle“ ist verabschiedet!

Liebe SelbstaktivistenInnen, liebe UnterstützerInnen,

bevor die Sommerpause eingeläutet wurde konnten die Parlamentarier im Bundestag endlich die Legalisierung der Hochzeit gleichgeschlechtlicher Paare im Bundestag verabschieden!
Die „Ehe für alle“ setzt damit ein klares Zeichen für Vielfalt und mehr Selbstbestimmung.
Für einige Mitglieder aus den Reihen der CDU/CSU nicht nachvollziehbar, denn sie hatten bereits die Aufwertung des Adoptionsrechts für gleichgeschlechtliche Paare heftig kritisiert! Laut Grundgesetz besteht die Ehe nur aus Mann und Frau, so die konservative Argumentation.
Zukünftig wird es nun endlich auch für homosexuelle Paare möglich sein, eine Familie zu gründen.

Ein wichtiger Schritt, der schon lange überfällig war und letztlich mit überraschender Eile seine Abstimmung gefunden hat!
Wir von Selbst Aktiv begrüßen diese Entscheidung und gratulieren!

Allerdings wünschten wir uns das gleiche Tempo und strahlende Überzeugungskraft aller demokratisch gewählter Parteien bei der Umsetzung des „Wahlrechts für alle“ und damit die Abschaffung der Wahlrechtsausschlüsse gerade auch im Hinblick auf die Bundestagswahl am 24. September 2017.
Denn bisher kann nur in NRW und Schleswig-Holstein jeder von seinem Recht Gebrauch machen, wählen zu gehen!

Das muss sich dringend ändern!

Weiterlesen »

Veröffentlicht: 21.06.2017 unter AG Selbst Aktiv Sachsen-Anhalt, selbstaktiv.de

Späthe: Neue Chancen des Bundesteilhabegesetzes müssen bei den Menschen ankommen

Der Landtag von Sachsen-Anhalt diskutiert heute einen Antrag der Koalitionsfraktionen über die Umsetzung des neuen Bundesteilhabegesetzes (BTHG) durch die Kommunen in Sachsen-Anhalt. Zur Einbringung des Antrags erklärt die sozialpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Verena Späthe:

“Wir stehen mit dem Bundesteilhabegesetz vor dem schon viel zitierten Paradigmenwechsel, und zwar in der Leistungsvergabe und Leistungsbewilligung. Und dieser muss vor allem vor Ort, in den Behörden, bei den einzelnen Mitarbeitern ankommen und umgesetzt werden! Das Bundesteilhabegesetz ist zwar, wie der Name schon sagt, ein Bundesgesetz, die Umsetzung erfolgt jedoch hier bei uns vor Ort, in den Sozialämtern der Kommunen und kreisfreien Städte.
Bisher geltende Grundsätze der Leistungsbewilligung in der Eingliederungshilfe werden sich ab Januar 2018 völlig verändern. Durch die Festlegungen des Bundesteilhabegesetzes ist der individuelle Bedarf jedes Einzelnen festzustellen.
Es ist Aufgabe der Landesregierung, die kommunalen Sozialämter und die dort Beschäftigten über die Einführung der neuen Planungsinstrumente der Eingliederungshilfe gezielt zu informieren, zu schulen und sie bei deren Anwendung zu unterstützen und zu begleiten. Es muss gewährleistet sein, dass ein Antragsteller in Osterburg die gleichen Informationen und Leistungen erhält wie der Antragsteller in Nebra.
Das Bundesteilhabegesetz ist ein erster großer Schritt in die richtige Richtung der umfassenden gesellschaftlichen Teilhabe und Gleichberechtigung von Menschen mit Behinderungen. Auch wenn bei vielen Verbänden die Skepsis groß ist, denke ich, dass mit diesem Gesetz eine große Bandbreite von Verbesserungen erreicht wurde. Diese müssen jetzt jedoch auch umgesetzt werden – in jeder einzelnen Amtsstube durch alle Beteiligten. Das richtig hinzukriegen, muss der Verwaltung gelingen, und darauf müssen wir bereits jetzt als Landtag drängen.”

Quelle: SPD Landtagsfraktion Sachsen-Anhalt
http://www.spd-lsa.de/presse/pressemitteilungen/pressemitteilungen-leser/170621_spaethe_bthg/

Unter folgendem Link finden Sie die Redebeiträge der Abgeordneten und das Abstimmungsergebnis
http://www.landtag.sachsen-anhalt.de/plenarsitzungen/14-sitzungsperiode/#section-inner-24