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Veröffentlicht: 26.03.2018 unter selbstaktiv.de

9 Jahre UN-Behindertenrechtskonvention – Meilenstein in der Geschichte der Behindertenpolitik?

Das war mehr als ein Signal, die Ratifizierung gilt als Meilenstein in der Geschichte der Behindertenpolitik.

Heute läuft das Thema der Inklusion auf Hochtouren, denn der Streit über gelingende Inklusion tobt. Über sie wird viel geredet, Inklusion wird verordnet und verhandelt!
Es gibt Einwände gegen diese menschenrechtliche Notwendigkeit einer „sanften Revolution“ unserer von Barrieren und Blockaden leistungsorientiert geprägten Gesellschaft.
Doch von der rechtlichen zur tatsächlichen Gleichstellung behinderter Menschen ist es noch ein weiter Weg! Es bleibt also keine Zeit, nach Alternativen zu suchen, bis sich beispielsweise ein ideales Bildungssystem etabliert hat und Inklusion als Vielfalt und Chance für alle Menschen verstanden wird.
Wir alle müssen unseren Blick für die Vielfalt und die ganze bunte Palette des Menschseins öffnen und das Menschenrecht Inklusion als Leitmotiv für unser tägliches Handeln und Entscheiden verstehen.
Seine Sicherstellung ist eine Aufgabe für alle gesellschaftlichen Akteure, die Politik eingeschlossen. Diese Erkenntnisse sind nicht neu, nur ist man nicht immer gewillt, sie zu verstehen, deren Akzeptanz zu gewinnen.
Noch zu häufig werden deren Umsetzungsprozesse blockiert.
Inklusion ist ein dynamischer gesellschaftlicher Prozess und bedarf ständiger politischer Begleitung und Initiierung von Veränderungs- und Anpassungsprozessen, nicht nur auf gesetzlicher Ebene.
Denn handlungsleitend für Inklusion als gesellschaftsprägendes Merkmal sind Partizipation als Mitentscheidung und Teilhabe von Menschen mit Behinderungen als Prinzip durchgängiger Zugänglichkeit.
Wir von Selbst Aktiv werden den aktiven Beteiligungsprozess im Gestaltungs- und Mitbestimmungsprozess einfordern.
Denn politisches Handeln ohne Partizipation, also ohne die Mitentscheidung behinderter Menschen, ist politisches Handeln von gestern !
Dabei muss eine Inklusionspolitik mit Engagement und Aktivitäten gestaltet werden, bei der die Akteure von Selbst Aktiv mit behindertenpolitischen Kompetenzen fungieren und nicht die Zuschauer in den jeweiligen Gestaltungsprozessen sind!

Text: Katrin Gensecke

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