selbstaktiv.de

Veröffentlicht: 09.07.2014 unter AG Selbst Aktiv Sachsen-Anhalt, selbstaktiv.de, SPD Sachsen-Anhalt

Die DB öffnete einmal mehr den Kuriositätenladen

Menschen mit Behinderungen waren erfreut: „Die Bahn wird behindertenfreundlicher“, ab September 2011 entfiel die 50km-Zone und nun können alle Nahverkehrszüge der DB kostenfrei benutzt werden. Dazu benötigt man lediglich ihren grün-roten Schwerbehindertenausweis und das Beiblatt mit einer gültigen Wertmarke, um mit den Zügen der Regionalbahn (RB), Regionalexpress (RE), Interregio-Express (IRE) und S-Bahn kostenlos zu fahren.

Luxus pur, könnte man meinen, aber weit gefehlt, wenn ich an eine lange geplante Reise nach Dresden denke!

Eine Reise als „Kurzstreckenläuferin“ nach Sachsen ausgehend meiner idyllischen Dorfgemeinde ohne Bahnhof sollte sich mit besonderer Herausforderung gestalten. Im Regionalverkehr hatte dies zu bedeuten, dreimal umsteigen , sich 20 Haltestellen erfreuen und nebenher in überfüllten Waggons über die Gleise geschaukelt zu werden. Reservierungspflichtige Sitzplätze sind hier nicht angezeigt, da es in jedem der Abteile extra für mobilitätseingeschränkte Personen vorgesehene Sitzplätze gibt, die meist „großzügig“ frei gehalten oder bei Bedarf sofort geräumt werden. Die Realität sieht natürlich in jedem Fall eine ganz andere Offerte. So konnte meine Überlegung nur heißen, die schnelle Variante, als IC, ICE in Betracht ziehen. Leider erweist sich hier kein Nachteilsausgleich, auch wenn sich die Preistabellen zum Tarif der Regionalbahnen sehr angleichen.

Eine Woche im Vorlauf steuerte ich in der Nachbargemeinde den Fahrkartenautomaten an, um von einem „Super Sparangebote „ der DB Gebrauch zu machen..

Was zu diesem Zeitpunkt sich meiner Kenntnis entzog, die Automaten waren schon seit geraumer Zeit außer Betrieb.

Dem Hinweis, dieses Ticket online zu buchen wollte ich aus meiner sicherheitsbezogenen Skepsis heraus nicht tätigen.

Ich beschloss, die Rückfahrt per IC wenigstens in Ruhe mit dem nur einmaligem Umsteigen in Erwägung zu ziehen.


Jetzt sollte doch die Sitzplatzreservierung , die ja kostenfrei ermöglicht wird keine weitere Barriere darstellen.

Nachdem ich brav eine Wartekarte, wie auf der Agentur für Arbeit gezogen hatte, die Sitzplätze der DB Reiseinformation alle vergeben und mir das lange stehen ein wenig Sorge bereitete, wartete ich nunmehr ungeduldig auf meine Nummeransage. Nebenher bemerkt sollte man flotten Schrittes zum Schalter gelangen, weil sonst der nächste aufgerufen wird. In einer ganz „charmanten Morgendepeche „ mit äußerst motivierender Art und Weise argumentierte man mir , dass meine IC Verbindung von Dresden nach Magdeburg am heutigen Tag für mich keine Reservierungsmöglichkkeit offenbarte. Der Zug wäre keine „rollstuhlgerechte Einrichtung, es bestünde kein Zugang zu einem behindertengerechten WC im Zug und ich solle mich bezüglich einer erforderlichen Umbuchung an den Mobilitätsservice wenden. Im Übrigen nenne wir inzwischen diese Begrifflichkeiten mit dem Standard der „Barrierefreiheit“, ich traute mir in diesem Moment aber nicht darauf hinzuweisen!

Allerdings und diese Option erschien der Mitarbeiterin enorm wichtig, gäbe es einen Getränke- und Snackverkauf, was für mich als MS-Betroffene ohne Sitzplatz wahrscheinlich glücklich stimmen sollte. Dieser Logik konnte ich leider keiner Folge leisten.

Die Dame am Schalter müsste sich wahrscheinlich einem Sehtest unterziehen. Ich täusche mich nicht , dass ich visuell wahrnehmbar vor ihr stand und nicht im Rolli Platz nehmend war . Ich wollte doch nur einen Sitzplatz für meine Person reservieren.

Pech gehabt, oder wie soll man das nennen, wenn Reisende, ohne Schwerbehindertenausweis eine Reservierung erhalten und ich mich in diesem Moment als Mensch zweiter Klasse verstanden fühlte.

Weiterlesen »

Veröffentlicht: 09.06.2014 unter AG Selbst Aktiv Sachsen-Anhalt, selbstaktiv.de

Selbst Aktiv taucht in die Tiefe von Paragraphen und Verwaltungsvorschriften, DIN Normen der neuen Landesbauordnung Sachsen Anhalt ab

Als Gast konnten wir hierzu Dipl.-Ing. (FH) Thomas Schüler
Bauingenieur ( Hochbau/Bausanierung )
Zertifizierter Gebäudeenergieberater ( IK LSA )
Fachingenieur Energie der Ingenieurkammer Sachsen-Anhalt
Sachverständiger für Barrierefreies Planen und Bauen
in unserer Runde begrüßen.

Barrierefreiheit bedeutet, dass Gebäude und Orte, Verkehrsmittel und Gebrauchsgegenstände, Dienstleistungen und Freizeitangebote so gestaltet werden, dass sie allen Menschen zugänglich sind.
Doch Barrierefreiheit für alle ist das Ideal, dem sich die Realität annähern sollte. Zugunsten der Menschen mit Behinderung, aber auch mit Blick auf Menschen ohne Behinderung.
Für Menschen mit Behinderung bedeutet Barrierefreiheit viel mehr als zusätzlichen Komfort, nämlich etwas ganz Grundsätzliches: Sie können selbst bestimmt am gesellschaftlichen Leben teilnehmen.
Barrierefreiheit in allen gesellschaftlichen Bereichen dient nachhaltig allen Menschen. Sie stellt die Weichen für eine richtige Investition in die Zukunft unseres Landes
Aber welcher gesetzlichen Richtlinien und Anforderungen, gilt es bei deren Umsetzung zu beachten?

„Werden neue Wohnungen für ältere und behinderte Menschen von den Bundesländern gefördert, dann ist es gängige Praxis, dass die Forderungen der DIN 18040, Teil 2 “Barrierefreie Wohnungen” und insbesondere Teil 1″ Wohnungen für Rollstuhlbenutzer” zu erfüllen sind.

Da die Normen zum barrierefreien Wohnen Empfehlungen sind und erst geltendes Recht werden, wenn sie ausdrücklich in den Bauordnungen der Länder gefordert werden, wird die Einhaltung der DIN 18040 bei Baugenehmigungen für neue Wohngebäude nicht konsequent kontrolliert.

Neue Wohnungen müssen den Forderungen der Länderbauordnungen entsprechen. Der barrierefreie Zugang zu den Wohnungen im Erdgeschoss wird mittlerweile von fast allen Länderbauordnungen gefordert. Ein Aufzug zur Realisierung des barrierefreien Zuganges zu den Wohnungen in den Obergeschossen wird erst ab dem 4. Geschoss erforderlich. Stell- und Bewegungsflächen im Bad sind nach DIN 18022 zu planen.“
( Text entnommen aus www.nullbarriere.de )

Aus dieser Vielzahl von rechtlichen Verordnungen und Gesetzesgrundlagen erhielten die Anwesenden einen ersten Überblick und den doch begrenzter Möglichkeiten in der Umsetzbarkeit von Barrierefreiheit. Sie seien, vor allem da angezeigt, wo in den Gesetzesvorlagen diese spezifischen Anforderungen von Barrierefreiheit nicht beinhaltet sind.
Es bedarf für das Verständnis derer Vorschriften/ Paragraphen hierfür wirklich die volle Aufmerksamkeit, um diese für sich erschließen zu können.

Gern entsprechen wir der Aufforderung, uns jederzeit bei Fragen an Herrn Schüler zu wenden.
Ihm gilt unsere herzlicher Dank für den sehr detaillierten Ausflug in die Fachwelt der Bauverordnungsverfahren in Bezugnahme der Barrierefreiheit…..

Selbst Aktiv Mitgliederversasmmlung am 04.06.2014

Selbst Aktiv Mitgliederversammlung am 04.06.2014

Selbst Aktiv Mitgliederversammlung am 04.06.2014

links Thomas Schüler, rechts Katrin Genseke

( Text: Katrin Gensecke )
( Fotos: Katrin Gensecke, Siegfried Merkel )

Veröffentlicht: 19.05.2014 unter AG Selbst Aktiv Sachsen-Anhalt, selbstaktiv.de

Die Selbst Aktivisten stehen auf den Listen zur Kommunalwahl!

Behinderte Menschen auf Wahllisten sind immer noch ein eher seltenes Bild. Einen  Platz auf  vorderen  Listenplätzen  einzunehmen,  gilt dann schon als „Lotteriegewinn“!

Im Rahmen der Kommunalwahlen am 25. Mai 2014  streben wir  Kompetenzübertragung und Selbstvertretung behinderter Menschen in politischen Gremien zur Stärkung von Mandaten und Funktionen in Parlamenten an.

Die AG Selbst Aktiv wird   mit  Selbstbewusstsein und behindertenpolitischen   Inhalten , den Weg in Kreistag, Stadtrat,/Gemeinderat  gehen . Behinderte Menschen, die sich politisch engagieren ,arbeiten effektiv und  mit gleichen Intentionen, wie Menschen ohne Behinderungen. Sie gelten als Bereicherung und  wir werden uns nicht politisch aus grenzen lassen, welches die rege Zahl an Kandidaten auf den Listen beweisen lässt.
Wir kämpfen für die Belange von Menschen mit Behinderungen, kennen am besten deren Probleme und Hürden, die such ihnen in den Weg stellen  und können  als Kompetenzträger für ihre Rechte uns einsetzen.

Unsere Kandidaten

Katrin Gensecke  Landkreis Börde – Kreistag

Peter Marx   Halberstadt  – Stadtrat / Kreistag

Olaf Schmiedeck  Ilsenburg – Stadtrat

Siegfried Merkel   Aken – Stadtrat / Kreistag

Andreas Poppe   Magdeburg – Stadtrat

Bernd Peters       Harzkreis- Kreistag

Ortschaftsrat Darlingerode

Angelika Engel  Jerichower Land- Kreistag

Ronny Noske   Burgenlandkreis- Kreistag

Jörg Lahn, Jerichower Land- Kreistag

Gemeinderat Möser

Ortschaftsrat Schermen

( Text: K. Gensecke,

Fotos: P. Marx, Bernd Peters )

Veröffentlicht: 11.05.2014 unter AG Selbst Aktiv Sachsen-Anhalt, selbstaktiv.de, SPD Sachsen-Anhalt

Selbst Aktiv auf Einladung bei der Lebenshilfe Mansfelder Land e. V. Lutherstadt Eisleben

Kaum eine Stimme erhebt sich gegen die „Vision“ einer inklusiven Gesellschaft.

Die Debatte darüber lebt auf Hochkonjunktur, egal ob in der Politik, Öffentlichkeit, Sozialer Dienste und der Wissenschaft.

Im Artikel 27 der UN-BRK wird als zweite Leitidee benannt, so wenig Sonderarbeitsplätze wie möglich“ und „Anzustreben ist eine inklusive Arbeitswelt“…….

Werkstätten für Menschen mit Behinderung und  die Umsetzung der UN-BRK- Eigentlich ein klarer Widerspruch.

Die AG Selbst Aktiv folgte gern der Einladung und wollte einige Details hierzu in Erfahrung bringen.

In einer sehr offenen und ehrlich geführten Gesprächsrunde konnten sich die Selbst Aktiven, am 7. Mai 2014 davon überzeugen, wie vor Ort Belange von Menschen mit Behinderungen unterstützt und nachhaltig organisiert werden.

Nicole Kühnhold, geschäftsführende Vorständin berichtete über die breite Palette an Leistungsangeboten für die Beschäftigungsvielfalt in der Werkstatt.

Mit großem Stolz artikuliert sie die Erfolge in der Heilpädagogischen Frühförderung.

Viele Kinder profitierten durch therapeutisches Angebot und konnten somit in fließendem Übergang an einer regulären Schule unterrichtet werden.

Stefan Gebhardt ( Aufsichtsratsvorsitzender) ergänzt und weist auf auf die Wichtigkeit und Vielfalt jedes Einzelnen hin.

„Wir praktizieren die Einbeziehung aller, aber respektieren auch einfach nur die Person, die unterschiedliche Bedürfnisse aufweist. Individuell müssen wir für sie die Freiräume schaffen“.

„Von jetzt auf sofort“ können wir nicht für alle auf dem Ersten Arbeitsmarkt Chancengleichheit einräumen.

Deutschland hat zu lange exklusiv gelebt und die Barrieren in den Köpfen sind die Steine auf dem Weg zur inklusiven Gesellschaft. Bedeutend sind Ausbildung und Berufsbildungsabschlüsse. Zertifikate für Abschlüsse in Werkstätten sind ein Schritt , um Zugangshürden auf dem Arbeitsmarkt zu senken, allerdings unterliegen sie keiner Zertifizierung der IHK ,

Selbst Aktiv im Gespräch

Weiterlesen »